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Knockster Tief (Mai 2020)

Nach unserer ersten Tour auf dem Fehntjer Tief halten wir es nicht lang aus, bevor wir zur nächsten Tour starten. Diesmal geht’s aufs Knockster Tief, von dort über das Larrelter Tief und durch Emden bis nach Hinte aufs Osterhuser Tief und zurück. Das Wetter ist herrlich und ich freue mich auf eine abwechslungsreiche Route, die uns sowohl durch Stadtgebiet als auch mitten durch die Natur führt.

Als wir aufbrechen, werden auch die unzähligen Gänse, Enten und sonstige Vögel, die um das Knockster Tief herum leben, gerade erst richtig wach. Aus allen Richtungen hören wir sie und sehen immer wieder Schwärme auffliegen. Außer den Vögeln hören wir: nichts. Wir fahren in eine herrliche Ruhe und Stille hinein, die gleichzeitig quicklebendig ist.

Im Schilf entlang des Ufers sind allerlei gefiederte Schilfbewohner unterwegs. Kommen wir dem Ufer zu nahe, schimpfen sie lautstark. Manchmal sind sie dabei auch zu sehen, oft aber nur zu hören.

Bis wir durch Emden fahren, ist es schon mitten am Tag. Mehrmals werden wir von Fußgängern und Radfahrern angesprochen, einzelne fragen auch, ob man die Kajaks irgendwo mieten könnte oder ob es die Möglichkeit für eine Probefahrt gebe. Vielleicht hätten wir ein paar Flyer vom Händler einstecken sollen. Die meisten Leute, die uns begegnen, schauen drei mal hin: der erste Blick „ach ja, Kajakfahrer“, dann schnellt der Kopf noch mal rum „irgendwas stimmt da nicht“ und beim dritten Mal sieht man ein „Ach so, die treten!“ in den Gesichtern.

Die Abschnitte, die uns mitten durch die Natur oder entlang von Feldern führen, sind herrlich ruhig und es gibt so viele verschiedene Vögel zu sehen! Ich genieße jeden Moment!

In Hinte besuchen wir einen Bekannten. Bis dorthin sind wir bereits gut 20 km gefahren und mir wird bei dem Gedanken an den Rückweg ganz anders. Zurück nehmen wir einen anderen Weg, der zumindest ein wenig kürzer ist, aber die letzten Kilometer sind ein ziemlicher Kampf, nicht nur gegen die eigene Erschöpfung, sondern ein Stück weit auch gegen die Zeit, denn langsam beginnt es zu dämmern und wir müssen das letzte Stück auf ein Schöpfwerk zufahren, was mir bei ausreichend Licht schon unheimlich genug ist, bei Dämmerung oder gar Dunkelheit mag ich darüber gar nicht nachdenken. Am Ende schaffen wir es gerade noch rechtzeitig zum Auto zurück. 37 Kilometer sind wir gefahren! Jetzt die Kajaks zum Parkplatz ziehen und aufladen: ohne mich. Ich lege mich erstmal in die Wiese und ruhe mich einen Moment aus. Irgendwie schaffen wir es dann doch noch, abzubauen und die Kajaks aufzuladen. Müde falle ich auf den Beifahrersitz. Es ist fast halb 11 abends, wir sind seit halb 5 morgens auf den Beinen und waren – Pause bereits abgezogen – fast neun Stunden auf dem Wasser.